Was ist ein Browser? – Teil 1

Heute möchte ich Ihnen ein Werkzeug erklären, das Sie täglich benutzen, ohne dass Sie es vermutlich je bewusst angesehen haben: den Browser.

Vielleicht öffnen Sie morgens Ihre Tageszeitung im Internet. Vielleicht prüfen Sie den Wetterbericht oder den Fahrplan der Deutschen Bahn. In all diesen Fällen sitzt zwischen Ihnen und dem Internet ein kleines Programm, das die ganze Arbeit macht – Sie sehen davon nur das Fenster, in dem die Seite erscheint.

Was ein Browser ist

Das Wort kommt aus dem Englischen: to browse heißt „stöbern“ oder „durchblättern“. Ein Browser ist also – wörtlich übersetzt – ein Stöberer. Genauer: ein Programm, das Inhalte aus dem Internet abholt und sie auf Ihrem Bildschirm darstellt.

Stellen Sie sich das Internet wie eine riesige Bibliothek vor, deren Bücher auf unzähligen Servern weltweit liegen. Ihr Browser ist der Bote, der zu einem dieser Server geht, das gewünschte „Buch“ abholt und es Ihnen aufgeschlagen vorlegt. Er ist gleichzeitig Bibliothekar, Bote und Lesepult in einem.

Was der Browser konkret tut

Wenn Sie in der oberen Leiste eine Internet-Adresse eintippen – zum Beispiel www.tagesschau.de – passieren in Sekundenbruchteilen mehrere Dinge:

  1. Der Browser fragt im Internet nach: „Wo finde ich den Server für tagesschau.de?“
  2. Der gefundene Server schickt eine Antwort zurück. Diese Antwort ist allerdings kein fertiges Bild, sondern eine Bauanleitung – verfasst in einer technischen Sprache namens HTML.
  3. Der Browser liest diese Bauanleitung und setzt daraus die Seite zusammen, die Sie schließlich sehen: mit Überschriften, Bildern, Schaltflächen.

Der Browser ist also nicht das Internet selbst. Er ist die Brille, durch die Sie das Internet betrachten – und der Übersetzer, der die rohe Sprache der Server in eine lesbare Seite verwandelt.

Die wichtigsten Bedienelemente

Jeder Browser hat im Grunde dieselben Knöpfe – egal, welchen Sie nutzen:

  • Die Adresszeile ganz oben: hier geben Sie die Internet-Adresse ein. Manche Programme nennen sie auch „URL-Leiste“.
  • Pfeile für vor und zurück: sie führen Sie durch die Seiten, die Sie nacheinander aufgerufen haben – wie das Vor- und Zurückblättern in einem Buch.
  • Ein Aktualisieren-Knopf (meistens ein kleiner Kreispfeil): er lädt die aktuelle Seite neu.
  • Lesezeichen oder Favoriten: hier merken Sie sich Seiten, die Sie öfter besuchen möchten.
  • Reiter (englisch: Tabs): mehrere Seiten gleichzeitig in einem Fenster, vergleichbar mit den Reitern in einem Aktenordner.

Eine kurze Geschichte

Den ersten Browser gab es 1990. Sein Erfinder war ein britischer Physiker namens Tim Berners-Lee, der am Forschungszentrum CERN in Genf arbeitete. Er nannte sein Programm schlicht WorldWideWeb – heute kennt man das Kürzel www immer noch aus jeder Internet-Adresse.

Erst Mitte der neunziger Jahre wurde der Browser etwas, das auch normale Menschen nutzten – mit Programmen wie Netscape und später Internet Explorer von Microsoft. Heute gibt es Dutzende. Fünf davon spielen in Deutschland eine Rolle, und mit denen werde ich mich in den nächsten Beiträgen einzeln beschäftigen.

Warum es überhaupt verschiedene Browser gibt

Ein berechtigter Gedanke: Wenn alle dasselbe tun, warum gibt es dann so viele? Die kurze Antwort lautet: Sie tun nicht alle ganz genau dasselbe.

Browser unterscheiden sich darin,

  • wer sie herstellt – ein Konzern, eine Stiftung, ein unabhängiges Unternehmen,
  • welche Daten sie sammeln – manche weniger, manche mehr,
  • wie sie aussehen und sich bedienen lassen,
  • welche Zusatz-Werkzeuge sie mitbringen (etwa zum Blockieren von Werbung).

Auf den ersten Blick wirken alle Browser ähnlich. Wenn man genauer hinsieht, hat jeder seinen eigenen Charakter. Diese Charaktere möchte ich Ihnen im nächsten Beitrag vorstellen.

Bleiben Sie neugierig und bis zum nächsten Mal!

Ihr Marcel Rubner

Zum Weiterlesen

  • Wikipedia: Webbrowser – ausführlicher Überblick, übersichtlich aufgebaut
  • Das CERN dokumentiert die Geschichte des allerersten Browsers: info.cern.ch – die historisch erste Internet-Seite überhaupt, noch heute erreichbar


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Über DerBoomer.com

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